Jungprofis im Training für die EuroSkills

Vom 30. November bis 4. Dezember gehen im schwedischen Göteborg die „EuroSkills 2016“ über die Bühne. Aus Salzburg sind diesmal drei junge Fachkräfte mit dabei.

Der Wettbewerb „EuroSkills“

Nach dem Vorbild der internationalen Berufsweltmeisterschaften WorldSkills (seit 1953) fanden im Jahr 2008 erstmals die Berufseuropameisterschaften EuroSkills statt. Ziel der europäischen Plattform der Berufe ist es, junge Fachkräfte zu fördern und somit den Wirtschaftsstandort Europa insgesamt zu stärken. EuroSkills 2016 finden heuer von 30. November bis 4. Dezember in Schweden (Göteborg) statt. Die Teilnehmer (bis 22 Jahre) stellen dabei ihr Wissen und ihre Fertigkeiten in konkreten Arbeitssituationen in ihrem Fachbereich unter Beweis. Bei den letzten EuroSkills 2014 in Frankreich (Lille) konnte Österreich mit insgesamt 19 Medaillen den Europameistertitel erringen.

Die österreichischen Teilnehmer gehen in Göteborg in 29 unterschiedlichen Fachdisziplinen – angefangen von Sanitär- und Heizungsinstallation, über Web-Design bis hin zu Floristik – an den Start. Ausgewählt wurden die Teilnehmer durch Staatmeisterschaften im jeweiligen Beruf. Die EuroSkills finden heuer erstmals in Skandinavien statt. Auf dem über 40.000 Quadratmeter großen Messegelände von Göteborg treten rund 500 Teilnehmer aus 26 Ländern zu den Wettbewerben an.

Die Salzburger Teilnehmer

Auch Salzburg ist in Göteborg dabei:
Mit der Modetechnikerin Isabella Schierl, dem Elektroniker Pascal Brandstätter und dem Bodenleger Christian Aigner vertreten sie sehr unterschiedliche Berufe. Die Verabschiedung des Teams fand heuer erstmals im Rahmen der Berufs-Info-Messe ‚BIM‘ in Salzburg statt. Salzburg soll in den kommenden Jahren sukzessive zum österreichischen Zentrum für Vorauswahlen (Staatsmeisterschaften), zu WorldSkills und EuroSkills ausgebaut werden. Bei der heurigen „BIM“ (17. bis 20. November) fanden Vorauswahlen in 26 Berufen statt. In den kommenden Jahren soll diese Zahl auf bis zu 40 Berufe gesteigert werden.

Zurzeit stecken sie in der Intensivphase der Vorbereitung auf die EM. In ihrer jeweiligen Fachdisziplin werden sie von Experten aus ganz Österreich betreut, die die jungen Fachkräfte auf die unterschiedlichsten Herausforderungen des Wettbewerbs präparieren. Bei den zwei bereits abgeschlossenen Teamtrainings standen Englischeinheiten sowie ein Medientraining auf dem Programm. Besonderes Augenmerk wird auch auf den Zusammenhalt innerhalb des Teams gelegt, der durch entsprechende Teambuilding-Maßnahmen gefördert wird.

Österreich ist regierender Europameister

all_brandstaetter_bw„Es ist toll, Teil dieses Teams zu sein. Wir verstehen uns untereinander prächtig und sind optimistisch, in Schweden trotz starker Konkurrenz ein gutes Ergebnis abzuliefern“, sagt Elektroniker Brandstätter, der bei der Skidata AG in Grödig beschäftigt ist. Aufgrund des hervorragenden Abschneidens bei der letzten EuroSkills 2014 im französischen Lille – das rot-weiß-rote Team holte dort mit 19 Medaillen den Europameistertitel – sind die Erwartungen für heuer entsprechend hoch. Elektroniker Brandstätter trainiert sowohl mit seinem Experten in Wien als auch außerhalb der Arbeitszeit zu Hause und im Betrieb. „Wir müssen an drei Wettbewerbstagen eine Platine entwickeln, programmieren und löten. Außerdem muss eine defekte Platine repariert und alle Funktionen wiederhergestellt werden“, erläutert der junge Elektroniker. „Die Herausforderung ist natürlich entsprechend groß. Aber auch unsere Vorgänger haben bewiesen, dass wir Österreicher in der Top-Liga mitspielen können. Das ist für uns die beste Motivation!“

schierl_bw„Ich fühle mich gut und verspüre keinen großen Druck, weil wir uns gemeinsam mit unseren Berufsexperten bestens auf den Wettbewerb einstellen“, erläutert Modetechnikerin Schierl von Lanz Trachtenmoden in Salzburg, die im Sommer auch ihre Meisterprüfung abgelegt hat. Das bereits bekannte EM-Motto der Modetechniker lautet „Arbeitskleidung trifft Straßenkleidung“. „Bei der EM muss ich u. a. eine Arbeitshose und eine ärmellose Weste schneidern. Die genauen Schnitte dazu werden allerdings erst beim Wettbewerb bekanntgegeben. Im Anschluss müssen die Kleidungsstücke noch bei einer Verkaufsvorstellung präsentiert werden“, sagt Schierl weiter.

all_aigner_bwAuch Bodenleger Aigner, der im väterlichen Betrieb in Seekirchen gelernt hat, fühlt sich von Woche zu Woche besser auf die EM vorbereitet. „Bei den Bodenlegern müssen wir nach vorgegebener Skizze einen Teppich-, einen Parkett- und eine Linoleumboden verlegen. Gemeinsam mit meinem Experten werden alle Arbeitsbereiche möglichst real unter Zeitdruck trainiert, damit es bei der EM so perfekt wie möglich läuft“, erklärt Aigner.

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