Vom Maturanten zur gesuchten Fachkraft

Rund 450 Maturanten bzw. Quereinsteiger aus allgemeinbildenden bzw. berufsbildenden höheren Schulen wechseln hierzulande jedes Jahr in die Lehre. Ein anhaltender Trend, dem auch die Salzburger Unternehmen immer mehr abgewinnen können.

Ist die Quote bei Schulabbrechern in die Lehre seit Jahren bei 300 relativ konstant, so hat sich die Zahl der Maturanten, die die Lehre nach der Matura als ihren weiteren Bildungsweg wählen, in den vergangenen Jahren stetig nach oben entwickelt: Zwischen 2010 und 2016 hat sich deren Zahl von 74 auf 150 verdoppelt.

Liebe zum Handwerk gefunden
Eine davon ist Sophie Zeyer, die beim Tortenmacher in Salzburg das Konditorenhandwerk erlernt. Die gebürtige Deutsche hat ursprünglich Mechatronik studiert und dabei aber sehr schnell bemerkt, dass die viele Theorie nicht das richtige für sie ist. Bald reifte die Entscheidung, in einem kleinen Betrieb einen klassischen Handwerksberuf erlernen zu wollen. Mit der Lehre beim Tortenmacher ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. „Ich bereue meine Entscheidung keinen Tag und bin mit der Ausbildung total glücklich“, sagt Sophie.

Für Herbert Wagenleitner vom Tortenmacher ist Zeyer bereits der vierte Lehrling mit Maturaabschluss und er sieht das überaus positiv: „Die etwas älteren Jugendlichen sind gut im Auftreten, wissen genau, was sie wollen und sind meist auch lernwilliger als andere“, erläutert der Unternehmer.

Von der Matura über die Lehre zum Studium
Eine Lehre zum Kfz-Techniker hat nach seiner Matura Michael Ostermaier bei der Tschann Nutzfahrzeuge GmbH in Salzburg begonnen. „Ich möchte den Beruf des Nutzfahrzeugtechnikers von Grund auf erlernen, um damit einen praktische Grundlage für das anschließend geplante Maschinenbaustudium zu haben,“ hat der junge Mann ein klares Berufsziel vor Augen. Die Entscheidung hat Michael nicht bereut: „Bei Tschann Nutzfahrzeuge werde ich bestens und umfassend in einem tollen Markenumfeld ausgebildet und auch die Freude an der Arbeit im Team kommt nicht zu kurz.“

Die Lehrlingsausbildung spielt bei Tschann Nutzfahrzeuge seit jeher eine bedeutende Rolle. „Aufgrund unserer großen Erfahrung sind wir offen für alle neuen Entwicklungen. An Maturanten schätzen wir die Reife, die klare Zielorientierung und ihre Einsatzbereitschaft,“ sagt Ausbildungsleiter Siegfried Schosser. So gewinne man immer wieder großartige Talente, die im Unternehmen bleiben und hier nicht selten Karriere machen. „Die meisten unserer aktuellen Führungskräfte haben als Lehrling im Haus begonnen.“

Vorteil für Maturanten: Verkürzte Lehrzeit
Auch Peter Haggenmüller, Ausbildungsleiter bei der UNIQA Versicherung in Salzburg, setzt gerne auf Maturanten als Lehrlinge. „Maturanten, die zu uns kommen, wissen in der Regel genau, was sie aus sich machen wollen. Sie sind äußerst motiviert und haben eine gute Basisausbildung, was sie unsere komplexe Materie besser verstehen lässt.“ Besonders beliebt in der Branche sind Absolventen einer Handelsakademie, die bereits ein Vorwissen in Finanz- und Risikomanagement mitbringen. Dadurch verkürzt sich auch die Lehrzeit von drei auf zwei Jahre.

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